Ein Amtsschimmel in Altenburg (Thüringen)

(22.04.2013) Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche fassen, nicht einmal aufgrund eines vollstreckbaren Abgabenbescheides. Und einer nackten, seit 10 Jahren insolventen und bereits im Handelsregister gelöschten GmbH erst recht nicht. Der Bürgermeister sollte sowas eigentlich wissen. Bei der GmbH laufen nämlich seit Jahrzehnten Grundsteuern, Müll- und Straßenreinigungsgebühren auf, die in Ermangelung einer Tasche, in die er greifen kann, den Stadtsäckel nicht füllen – mittlerweile über zwanzigtausend Euro. In ein paar Jahren vierzigtausend, wenn das Grundstück nicht verkauft wird. Und verkauft wird es nicht, obwohl ein Käufer bereit steht, denn dazu müsste der Bürgermeister erklären, dass der Stadtsäckel darauf verzichtet, dem Käufer wegen der rückständigen Abgabenforderungen in die Tasche zu greifen. Aber nein, nein, nein, das will er nicht, der Bürgermeister von Altenburg Michael Wolf (SPD). Basta. Nicht einmal, wenn der Käufer bereit ist, einen Teil davon zu übernehmen. Auf die Frage, warum nicht, wiehert der Amtsschimmel sinngemäß, da könnte ja jeder kommen. Also werde ich jetzt mein Amt als gerichtlich bestellter Nachtragsliquidator der insolventen GmbH niederlegen und Herr Bürgermeister darf die nächsten zwanzig Jahre weiter nach der Tasche der nackten GmbH suchen. Und dabei ein bisschen wiehern!

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