Von Frühstücksdirektoren und anderen Monstern

(02.06.2014) “Vor kriminellen Handlungen ist niemand gefeit”, meinte vor wenigen Tagen noch ein gewisser K.W. in Bezug auf das Geschäftsgebaren des technischen Direktors einer angeblichen und angeblich von ihm, K.W., beaufsichtigten Flughafenbaustelle. Liest man SPIEGEL online, so hört sich das schon ganz anders an:

So konnte offenbar der inzwischen wegen Korruptionsverdachts suspendierte Technikchef Jochen Großmann bereits in der Zeit, als er nur als Berater am BER tätig war, nahezu unkontrolliert lukrative Aufträge zur Umplanung der zentralen Entrauchungsanlage des Terminals auslösen und verteilen. Den Zuschlag erhielten Unternehmen, mit denen Großmanns Dresdner Unternehmensgruppe Gicon langjährige Geschäftsbeziehungen pflegt.

Konkret werfen die Ermittler Großmann vor, bei einer Auftragsvergabe an den niederländischen Planungskonzern Arcadis 500.000 Euro Schmiergeld gefordert zu haben. Großmann wollte sich unter Hinweis auf die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen nicht zu den Vorwürfen äußern. Interne Unterlagen der Flughafengesellschaft legen zudem den Verdacht nahe, dass auch andere Vergabeverfahren Ungereimtheiten aufwiesen, die Flughafenchef Hartmut Mehdorn seit Herbst vorigen Jahres bekannt waren. So hatte die Arbeitsgemeinschaft Transparenz in vertraulichen Quartalsberichten bereits 2013 eine Reihe von Verstößen moniert.

Unter anderem sollen Aufträge in Höhe von 2,7 Millionen Euro freihändig vergeben worden sein, obwohl sie europaweit hätten ausgeschrieben werden müssen. Zudem seien mehrere Vergabe-Verfahren nur unzureichend dokumentiert worden. Anschlussaufträge seien als Nachträge deklariert worden. Ein Flughafensprecher bestreitet das; der Arbeitsgemeinschaft hätten für die Bewertung “maßgebliche Unterlagen nicht vorgelegen”.

Wie es jetzt aussieht, diente die technische Beurteilung der Entrauchungsanlage als “Monster” durch Herrn Großmann in erster Linie dazu, Aufträge für befreundete Firmen einschließlich dazugehöriger Bestechungsgelder für ihn zu generieren. Dagegen wäre die Flughafengesellschaft also sehr wohl gefeit gewesen. Gegen die kriminelle Bräsigkeit ihres Geschäftsführers und ihres Aufsichtsratsvorsitzenden ist sie es anscheinend nicht.

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