Herbert Notz – De iure AG – Asset Recovery Partners AG

(28.02.2017) Unter den hochtrabenden Schweizer Firmennamen “De iure AG” und “Asset Recovery Partners AG” macht ein Herr Herbert Notz (manchmal auch unter dem Namen “Herbert Dieter Notz”) aus Lechbruck/Bayern, Werbung für angebliche juristische Dienstleistungen. So lässt er sich in einem Haufen erstaunlich unkritischer Artikel von Wirtschaftszeitungen (leicht aufzufinden, wenn man seinen Namen googelt) als früherer Roland-Berger-Berater, als Wirtschaftsingenieur oder als “Jäger des verlorenen Schatzes” beweihräuchern und sich bräsig und in breitbeiniger Pose am Zürcher Paradeplatz ablichten. Herr Herbert Notz prahlt damit, er sei in der Lage, fremde Telefondaten, verstecktes Erbschaftsvermögen oder Schweizer Nummernkonten aufzustöbern oder Leuten zu ihrem Recht zu verhelfen, die von Schweizer Banken über den Tisch gezogen worden sind. Besonders toll findet Herr Herbert Notz sich wohl auch mit seiner Aussage (in der Berliner Zeitung am 02.10.2015), sich mit seinen Nachforschungen

in der Grauzone an der Grenze zur Illegalität

zu bewegen. Für seine angeblichen Ermittlungen am Rande der Legalität verlangt Herr Herbert Notz freilich zunächst einmal happige Vorschüsse. Die erwähnten Zeitungsartikel sind in ihrer Kritiklosigkeit kein Ruhmesblatt für deren Verfasser. Nachweise, dass Herr Notz die versprochenen Ermittlungen überhaupt durchgeführt oder gar mit ihnen auch nur in einem einzigen Fall für seine Kunden – die sich, am Rande erwähnt, wenn sie ihn mit illegalen Aktivitäten beauftragen, selbst strafbar machen – einen finanziellen Vorteil herausgeholt hat, ist Herr Herbert Notz nämlich bisher schuldig geblieben. Hierzu befragt, hat sich Herr Herbert Notz gegenüber den Reportern dezent auf sein Geschäftsgeheimnis zurückgezogen. Im Fall meiner Mandanten hat er jedenfalls rund 150.000 EUR dafür kassiert, dass er ihnen ein paar banale und für sie vollkommen nutzlose Informationen geliefert hat. Ich empfehle jedem, der sich auf Geschäfte mit diesem Mann einlässt, äußerste Vorsicht walten zu lassen. Denn dass hinter seinen beiden Firmen mehr steckt als ein Briefkasten an einem schmalen Haus in der Züricher Altstadt, den sie sich mit einer Latte anderer Firmen teilen und dass bei ihnen im Streitfall etwas zu holen sein würde, darf füglich bezweifelt werden. Und dass Herr Herbert Notz die Grenzen der Legalität nicht im Interesse seiner Kunden strapaziert, sondern auf deren Kosten zum Vorteil seines eigenen Portemonnaies, mussten meine Mandanten – und vermutlich auch die Gläubiger seiner früheren, pleite gegangenen Gesellschaft Scopras AG – bereits teuer bezahlen. Sollte jemand ähnliche Erfahrungen mit diesem Herrn Herbert Notz gemacht haben, kann er mich gern kontaktieren.

PS (24.04.2017): In einem Beschluss vom 21.04.2017 (Geschäfts-Nr.: 23 O 115/12) kommt das Landgericht Berlin zu dem Ergebnis, dass es sich bei der “Asset Recovery Partners AG” um eine Scheingesellschaft bzw. Briefkastenfirma handele.

PS (24.05.2017): Heute war mündliche Verhandlung vor der 12. Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf. Herr Notz und seine Schwindelfirmen hatten eine Einstweilige Verfügung gegen mich beantragt. Herr Notz wollte, dass das Gericht mir meine Kritik an seinen Geschäftspraktiken verbietet. Die Richter bedeuteten ihm aber, sie fänden nichts Falsches an meinen Worten. Vor allem nicht, nachdem ich ihnen noch ein paar Einzelheiten erzählt hatte. Woraufhin Herr Notz seinen Antrag beleidigt zurücknahm. Und das Gericht ihm die Prozesskosten aufbrummte…

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